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Marlos Nobre wurde 1939 in Recife, Pernambuco geboren. Im Alter von vier Jahren begann er mit dem Klavierspiel um liebte schon als Kind die Improvisation. Nachdem er zunächst am Konservatorium mit dem Studium von Harmonie un Kontrapunkt begonnen hatte, setzte er seine Studien an der Musikabteilung der Universität von Recife fort. 1960 verliess er Recife, um bis 1962 Soziologie und Anthropologie an der Universität von Rio de Janeiro zu studieren und damit dem Wunsch seines Vaters zu folgen. Die Wahl gerade dieser Studienrichtungen sollte unschätzbaren EinfluB auf sein späteres musikalisches Schaffen haben. Als er neunehn Jahre alt war, reichte er unter dem Pseudonym Losmar Breno (nach den umgestellten Silben seines eigenen Namens erfunden) sein "Concertino Opus 1" bein einen vom Radio MEC (Rundfunk des Erziehungsministeriums) ausgeschriebenen Wettbewerb ein und gewann sogleich die Ehrenauszeichnung. Nun war des Komponist in ihm erwacht. Eine ganze Reihe von weiteren Kompositionen liessen ihn 23 Wettbewerbe in vier Hahren gewinnen, sowohl in Brasilien wie auch im Ausland. 1963 gewann er für eine Reihe von Werken - ein Solo, ein Duo, ein Trio und ein Stück für Orchester - eub zweijägruges Stipendium der Rockefeller Stiftung, das es ihm ermöglichte, am Institut "Torcuato Di Tella" in Buenos Aires zu studieren. Hier traf er auf Alberto Ginastera, der den wichtigsten und entscheidenden EinfluB auf Nobres musikalische Entwicklung haben sollte. Buenos Aires zog damals die hervorragendsten Komponisten jener Generation an und Nobre konnte so nicht nur durch den EinfluB Ginasteras, sondern auch durch den direkten Kontakt mit grBen musikalischen Persönlichkeiten wie Malipiero, Messiaen, Maderna und Copland musikalisch profitieren. Trotz seines
ausgeprägt avantgardistischen Charakters trägt Nobre Werk stark
folkloristische Züge, die sein Werk enverkennbar brasilianisch machen. Er
selber erklärt hierzu: "Von Geburt an hörte ich Frevo und Maracatú,
Rhythmen und Klänge, die sich ganz und gar meiner Gedanken - und meiner
Gebühlswelt einverleibt haben. Meine schöpferische Kraft is fest
verwurzelt in diesen tiefen Schichten meines UnterbewuBteins". Auf die
Frage, wer seine innigst geliebten Komponisten seien und wer wohl den
gröBten EinfluB auf sene musikalische Entwicklung gehabt habe, nennt er
Mozart, Bartók und Lutoslawski. Doch bei aller Begeisterung für diese
Komponisten ist Nobres Werk doch urpersönlich und ganz eigentändig. Es
nährt sich von der Erinnerung an die Klänge seiner Kindheit, markiert sich
darüber hinaus durch seine Furchtlosigkeit bei der Verwendung ganz neuer
Klangeffekt und, in Musik umgesetzt, durch den Beobachtungsreichtum, den
er für die ihn umgebende Welt entfaltet hat. Oft dienen ihm Ereignisse,
ein Zeitungsberich, ein Gedicht als Inspiration. So nahm er einen Artikel
über die Yanomaní-Indianer zum AnlaB, ein Werk über diesen Xingú- Stamm zu
schreiben, und ein Gedicht von Bolivar, "Mi delirio sobre Chimorazo",
inspirierte ihn zu seiner "Cantata de Chimborazo". Das spanische
Ministerium für Kultur hat bei ihm ein Werk anläBlich des 500. Jahrestages
der Entdeckung Amerikas (1992) in Autrag gegeben
("Columbus"). | ||